Sonnenklasse

Blog über das #LehrerLeben

So läuft es momentan in der Schule!

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Schulöffnung in Berlin aus Lehrersicht

Ich: „Deine Maske!“ – „Deine Nase!“
Die Kinder: „Mir ist kalt!“

Nach ca. zwei Monaten Schulschließung (6,5 Wochen Unterricht) ging es jetzt am Montag (22.02.) wieder mit dem Präsenzunterricht los. Ich habe eine Woche lang in der Schule unterrichtet und bin dabei sehr besorgt.

Vorgeben von der SenBJF
Nachdem der Bund am 10.02. entschieden hat, dass jedes Bundesland eigene Regeln zum Öffnen der Schulen beschließen soll, hat die SenBJF in Berlin am 12.02. einen Brief dazu an die Schulen geschickt. Darin werden die Rahmenbedingungen für die Schulöffnung vorgegeben. Hier ein Ausschnitt:

Aus dem Brief an die Schulen „Schulorganisation ab dem 15. Februar 2021; Präsenzpflicht bleibt weiterhin ausgesetzt“ vom 12.02.2021

Jahrgangsstufen
Es gehen die Klassen 1 bis 3 zur Schule. In meiner Schule bedeutet das, dass ca. die Hälfte der Klassen wieder ins Schulgebäude kommen, denn die Klassen 4 bis 6 lernen weiterhin ausschließlich zu Hause.
Jede Klasse soll in zwei Gruppen geteilt werden, Gruppe A und Gruppe B. Bei uns konnten die Lehrer*innen teilweise selbst entscheiden, wie die Gruppen geteilt werden. Dabei musste die Vereinbarkeit von Geschwisterkindern bedacht werden.

Wann die Klassen 4 bis 6 in die Schule kommen sollen ist völlig unklar.

Jeder macht ein anderes Wechselmodell
Es gibt wohl mehrere Wechselmodelle in Berlin, die zugelassen wurden.

  1. Wechsel pro Woche: Gruppe A geht eine Woche lang zur Schule, Gruppe B bleibt zu Hause – nach einer Woche Wechsel. Jedes Kind hat täglich 6 Unterrichtsstunden.
  2. Wechsel pro Tag: Gruppe A geht an 3 Tagen zur Schule, z.B. Montag, Mittwoch, Freitag – Gruppe B geht an 2 Tagen zur Schule, z.B. Dienstag und Donnerstag. In der Woche darauf gibt es entweder einen Wechsel der Wochentage oder einen Wechsel des einen Tages (z.B. Freitag). Jedes Kind hat täglich 6 Unterrichtsstunden.
  3. Wechsel innerhalb des Tages: jeden Tag geht Gruppe A 3 Unterrichtsstunden zur Schule und danach Gruppe B für 3 Stunden.

Die Modelle werden von jeder Schule selbst konzipiert. Das ist ein Haufen Arbeit für die Konrektoren! In unserer Schule haben wir zwei sehr engagierte Kolleginnen, die für alle Pläne zuständig sind. Aber allein diese zusätzliche Arbeit müsste meiner Meinung nach zusätzlich entlohnt werden.

Wir arbeiten im Moment mit dem 3. Modell. Damit sind einige Eltern unzufrieden, denn es ist organisatorisch schwierig und mit Arbeit schlecht vereinbar, wenn das Kind für nur 2 Zweitstunden und 15 Minuten in der Schule ist. Die meisten Kinder in Klasse 1 bis 3 werden gebracht und abgeholt.

Das Wechselmodell 3 – Gruppe A und B an einem Tag
Bei uns kommt Gruppe A für die ersten drei Stunden, 8:00 – 10:15 Uhr und Gruppe B kommt für die 4. bis 6. Stunde, also 11:00 – 13:15 Uhr.

Es gibt keine Betreuung vorher oder nachher. Allerdings gibt es (weiterhin) eine Notbetreuung. Die Anzahl der Kinder in der Notbetreuung steigt stetig.

Die Kinder der beiden Gruppen begegnen sich nicht (in der Schule), aber ich als Lehrerin sehe über den Tag alle Kinder meiner Klasse.

Keiner macht Pause
Die Kinder haben keine Hofpause und es gibt zwischen den Unterrichtsstunden keine „kleine Pause“. Da die Klingel ausgestellt ist, können wir Lehrer*innen selbst entscheiden, wann wir den Kindern eine kleine Auszeit einräumen.

Ich als Lehrerin muss ab 7:45 Uhr im Klassenraum sein (wie sonst auch). In der Pause zwischen den Gruppen desinfiziere ich die Tische und Stühle.
Zum Essen und Trinken gehe ich in mein Auto. Dort kann ich eine Maskenpause machen und meine FFP2-Maske wechseln.
Wenn ich Glück habe und keine Kollegin mich auf den Fluren anspricht, dann schaffe ich es noch zur Toilette zu gehen.

Frühstücks- und Maskenpause im Auto

Mein Deputat – Anzahl der Unterrichtsstunden
Vor der Schulschließung im Dezember sah die Verteilung meiner Unterrichtsstunden folgendermaßen aus:

  • Vollzeit 28 Stunden, davon 5 ermäßigt
  • 23 Unterrichtsstunden + 4 S-Stunden (Springstunden)
  • 4 Aufsichten, 2 davon Hof (insg. 90 Min.)

Seit Montag sieht die Verteilung so aus:

  • 23 Unterrichtsstunden + 4 S-Stunden + Betreuung einer abgegebenen Lerngruppe (Absprachen, Material, Korrekturen) + saLzH ohne Videokonferenz/Telefon für die Kinder, die nicht in Präsenz kommen (es gibt keine Präsenzpflicht)
  • keine Aufsichten
  • weiterhin Einsatz zur Vertretung

Insgesamt ist der Arbeitsumfang gestiegen. Durch den ständigen Planwechsel müssen wir uns immer wieder anpassen und eine Einteilung der Arbeit, z.B. die Unterrichtsvorbereitung, ist schwierig.
Dafür habe ich zum Glück momentan keine Aufsichten! Vor allem keine Hofaufsichten, das ist für mich sonst ein großer Stressfaktor.
Zudem habe ich etwas früher Schluss als normalerweise, weil die Hofpausenzeiten wegfallen und die Zeiten der Unterrichtsstunden anders sind.
Vorteilhaft ist auch die Arbeit in kleinen Gruppen. Das habe ich schon bei der Schulöffnung im letzten Frühling festgestellt.
Insgesamt ist es viel ruhiger und es gibt weniger Konflikte, weil sich die Gruppen nicht begegnen.

Das ist aber alles nur eine Momentaufnahme, nächste Woche kann schon alles wieder anders sein.


Nachtrag am 02.03.
Heute habe ich eine Schock-Nachricht bekommen: von meinen 5 Ermäßigungsstunden werden mir einige gestrichen! Sicher bleibt nur 1 Klassenleiter-Stunde. Das heißt, dass ich jetzt zwischen 23 und 27 (statt fest 23) Unterrichtsstunden geben werde!

Diese Änderung wurde ohne mein Wissen – und ohne meine Zustimmung – vorgenommen.
Streichungen von Ermäßigungsstunden betrifft wohl ALLE Kolleg*innen meiner Schule. Das sind viele Stunden und bedeutet für viele Kolleg*innen eine große Umstellung.

Ich habe in den vergangenen sieben Schultagen schon zwei Vertretungsstunden gegeben – das ist aber wohl keine Mehrarbeit, sondern V-Stunden (Verfügung).

Wenn das jetzt flächendeckend (in ganz Berlin) gemacht wird, bedeutet das eine größere Belastung und de facto Mehrarbeit für viele Lehrer*innen.
Auch vor Corona haben viele am Limit gearbeitet und kaum jemand schafft das Vollzeit-Deputat. Solch eine Änderung bedeutet: Lehrer*innen werden komplett verheizt und Ausfälle bis Burnout drohen!


Unterrichtsfächer
In meiner Klasse haben die Kinder die Hauptfächer und eine Stunde BK (Kunst).
Ich weiß gar nicht, welche Vorgaben es für die Auswahl der Fächer gibt. Die Kinder vermissen besonders den Sportunterricht. (Ich bin immer wieder erstaunt, wie sehr die Kinder Sport mögen, denn ich habe den Sportunterricht in der Schule gehasst! :D)
Ich habe ungefragt fachfremd „Bildende Kunst“ bekommen. Viele Kolleg*innen unterrichten jetzt andere Fächer und Gruppen als vor den Weihnachtsferien. Das ist alles ganz normal, so ein bisschen Kunst kann doch jede*r. Wenn man den Anspruch hat, ein fremdes Fach kompetent zu unterrichten, hat man keine Kapazitäten sich einzuarbeiten. Grundschullehrer*innen müssen eben alle Fächer unterrichten, Klasse 1 bis 6.

Aufgaben für zu Hause?
Unschlüssig bin ich bei der Frage, ob ich den Kindern Aufgaben für zu Hause geben soll – schließlich haben sie „nur drei Stunden“ Unterricht. Andererseits komme ich bei meinen Hauptfächern fast auf die reguläre Anzahl an Stunden. Die „ausgefallenen“ Stunden sind Musik, Sport, Religion/Lebenskunde. Sollen die Kinder in diesen Fächern Aufgaben bekommen?
Bei dem wochenweisen Wechsel (Modell 1) bleibt eine Gruppe die ganze Woche zu Hause, dafür brauchen sie Aufgaben. Das ist dann also saLzH (schulisch angeleitetes Lernen zu Hause), nur ohne Anleitung, also LzH?

Essen in der Schule?
Einige Schulen bieten Mittagessen an, andere Lunchpakete, wieder andere können kein Essen anbieten.
Die Cateringfirmen können meist nicht so früh liefern, wenn die Kinder z.B. um 10:15 Uhr Schluss haben. Soll dann nur die 2. Gruppe Mittagessen bekommen? Soll die andere Gruppe für das Essen zurückkommen? Wie sollen all die Kinder im Laufe des Tages in einer Mensa essen…

Nun bin ich davon ausgegangen, dass die Schüler*innen während der zwei Zeitstunden und 15 Minuten nichts essen müssen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Kinder während der drei Unterrichtsstunden Hunger haben und auch viele Eltern darauf bestehen, dass ihr Kind in der Zeit in der Schule isst.
Das bedeutet erstens, dass von meinen 2 Unterrichtsstunden in der Klasse (90 Min.)  ca. 15-20 Min. für Händewaschen und Essen verloren gehen. Zweitens: während die Kinder essen, haben alle Kinder (bei mir max. 9 Kinder momentan) die Masken abgenommen. Sie essen natürlich auch nicht ruhig und leise vor sich hin, sondern unterhalten sich angeregt.
Während die Kinder essen, halte ich durchgehend die Fenster offen (vier große Fenster plus vier Kippfenster) und die Tür steht offen, um einen Durchzug mit dem gegenüberliegenden Raum herzustellen.
Ich selbst nehme im Klassenraum zu keinem Zeitpunkt meine Maske ab.

Maskenpflicht
Alle Personen im Schulgebäude und auf dem Schulgelände müssen überall und immer eine Maske tragen. Dabei ist weder für die Kinder noch für die Erwachsenen vorgeschrieben, dass es eine OP- oder FFP2-Maske sein muss.
Ich vermute, dass die SenBJF das nicht vorgeschrieben hat, um Klagen zu vermeiden. Zudem müsste der Arbeitgeber ja seinen Arbeitnehmern dann diese Schutzausrüstung zur Verfügung stellen.

Warum gibt es eigentlich von der SenBJF keine Masken für Kinder? Am besten in Kindergröße. Vor allem für Familien mit geringen Mitteln wäre das wichtig.
Ansonsten sitzen da kleine Kinder mit Knoten in den Gummis und die Masken sind trotzdem an allen Seiten locker und offen.

Halten sich alle in der Schule an die Maskenpflicht?
Nein.
Die Erstklässler versuchen es tapfer, aber die Masken rutschen immer wieder und die Nasen gucken heraus.
Was sagt man zu einem Kind, dass die Maske herunterzieht und gequält sagt: „Ich kann nicht atmen…“?

Und die Kolleg*innen…

Bisher habe ich von der SenBJF 16€ für Masken im Mai 2020 bekommen. Jetzt im Februar 2021 habe ich 20 OP-Masken und 2 FFP2-Masken bekommen.
Privat habe ich mir Masken bei Siegmund und bei Amazon gekauft. Insgesamt habe ich bisher ca. 140€ für Masken ausgegeben. Ob ich das von der Steuer absetzen kann?

Diese Masken habe ich von der Schule erhalten.

Das Unterrichten mit FFP2-Maske ist schwierig. Ich muss lauter sprechen und bekomme nach einiger Zeit Kopf- und Halsschmerzen. Über der FFP2 trage ich noch eine Stoffmaske – einerseits um den Schutz weiter zu erhöhen und andererseits um den Schüler*innen ein angenehmes Muster zu bieten.
Im Allgemeinen habe ich keine Probleme mit Masken. Ich habe früh angefangen selbst genähte Masken zu tragen und komme mit allen Masken gut klar. Ich sehe auch Vorteile darin, dass Masken jetzt „normal“ sind und vielleicht auch in Zukunft getragen werden, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Reisen.
Aber das Unterrichten mit Maske ist wirklich anstrengend. Ich kann nicht wochen- oder monatelang so weitermachen.

Lüften nervt
Auf dem Handy habe ich einen Wecker, der alle 20 Min. (bzw. passend zum Stundenrhythmus) klingelt. Damit es nicht so nervig klingt, habe ich verschiedene angenehme Töne ausgewählt. Ich versuche immer eine Aufgabe zu Ende zu besprechen oder einen Abschnitt zu Ende vorzulesen, bevor ich die Fenster öffne.
Ich schließe mit meinem Fensterschlüssel die vier großen Fenster auf. Nach kurzer Zeit rufen die meisten Kinder: „Mir ist kaaaaaalt!“ Dann holen sich viele ihre Jacke, ziehen Schals und Mützen an. Es macht mich traurig, wenn ich die Kinder mit ihren dicken Winterjacken im Klassenraum beobachte…
Nach ca. 5 Minuten renne ich wieder durch den Raum und schließe die Fenster.
Ich kann nur sagen, dass es für mich selbst sehr unangenehm ist in diesen kalten Räumen zu arbeiten. Manchmal muss ich auch meine Jacke und meinen Schal anziehen. Die Heizung funktioniert bei uns zum Glück sehr gut und der Raum wärmt sich schnell auf. Gerade wenn es wieder angenehm warm ist, klingelt es wieder zum Lüften…

Schülerin in meiner Klasse, Dezember 2020

Keine Luftfilter – niemals
In Berlin sollen diese Schulen Luftfilter bekommen, die Räume haben, die nicht gut gelüftet werden können. Unsere Schule ist sehr alt (denkmalgeschützt), deshalb lassen sich bei uns die Fenster noch öffnen. Alle Räume können gelüftet werden, d.h. wir bekommen keine Luftfilteranlagen – nie.
Ich könnte jetzt Studien zitieren, wonach die Raumluft ein entscheidender Faktor für das Lernen ist und dass die aktuelle Situation ein guter Zeitpunkt für den Einbau von Filtersystemen wäre, aber was bringt das?

Eine schwierige Abwägung
DIE GUTE SEITE

  • Alle meine Schüler*innen freuen sich, dass sie wieder zur Schule gehen können.
  • Selbstverständlich können Erstklässler mit einer ausgebildeten Lehrerin besser lernen als allein zu Hause. Ich kann schnell einschätzen, wo die Kinder stehen und flexibel die Anforderungen und Methoden während des Unterrichts ändern. Zudem werden durch Mitschüler Anreize gegeben und Interaktionen entstehen.
  • Kinder, die in verschiedenen Bereichen Auffälligkeiten zeigen, können passend betreut werden. Unsere Sozialarbeiterin z.B. unterstützt und beobachtet im Unterricht. Sie hat außerhalb der Schule Kontakt zu den Familien und hilft ihnen.

DIE SCHLECHTE SEITE

  • Das ist kein Schulbetrieb. Es fühlt sich eher an, als würden wir einen Aspekt von Schule nachspielen.
  • Es gibt keine Hofpause, keinen Sportunterricht, kein gemeinsames Mittagessen in der Mensa und kein Spielen in den Klassenräumen. Also all die Gelegenheiten, in denen Kinder untereinander Beziehungen aufbauen können. Meine 1. Klasse hat erst ca. vier Monate zusammen gelernt. Viele Schüler*innen konnten noch gar keine Freundschaften knüpfen. Nun sind sie auch noch durch Eingruppierung in A und B dauerhaft getrennt.
  • Ich fühle mich in der Schule ungeschützt. Es fühlt sich an, als wäre ich Teilnehmerin in einem Experiment, ohne mein Einverständnis.

Falsche Reihenfolge!
Erst wurden die Schulen geöffnet, dann wurde alles anderen gemacht.
Die Schulöffnungen in Berlin gab es bei einer Inzidenz über 50, mit steigender Tendenz.
Hier eine Chronik:

Datum 2021   7-Tage-Inzidenz
Berlin[1]
Tendenz
10.02. Entscheidung über Schulöffnung (Bund) 64.5
12.02. Informationen zur Organisation der Schulöffnungen in Berlin 61,1
22.02. Öffnung der Schulen, Klasse 1-3 57
23.02. Entscheidung: Erzieher*innen und Grundschullehrer*innen sollen eine Impfgruppe vorrücken 58
24.02. Änderung der Impfverordnung, ab jetzt können Menschen geimpft werden, „die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege und an Grundschulen tätig sind“ (bundesweit) 60,8
25.02. Schulung der freiwilligen Kolleg*innen unserer Schule, die die Schnelltests durchführen sollen 61,6
25.02. Info: In Berlin werden Grundschullehrer*innen doch nicht jetzt schon geimpft, sondern zuerst Erzieher*innen, Lehrer*innen an Förderschulen und Tagesmütter/-väter 61,6
ab 01.03. Schnelltests in Schulen möglich (wenn bis dahin die Schutzkleidung geliefert wird), 2x pro Woche
ab ca. 04.03. Start der Impfungen für Erzieher*innen, Lehrer*innen an Förderschulen und Tagesmütter/-väter
? Impfung für Grundschullehrer*innen und andere Lehrer*innen?
Selbsttests für zu Hause?
? Schnelltests für Schüler*innen?
Selbsttests für Schüler*innen?
Impfungen für Kinder und Jugendliche?

Zuerst wurden die Schulen geöffnet, dann Schnelltest organisiert.
Zuerst wurden die Schulen geöffnet, dann über die Impfreihenfolge entschieden.
Grundschullehrer*innen sollen früher geimpft werden, natürlich mit AstraZeneca. Wurden die Gruppen vorgezogen, weil der AstraZeneca-Impfstoff „übrig ist“ und nicht nachgefragt wird?
Die Begründung ist wohl, dass sich kleine Kinder nicht so gut an die Maßnahmen halten können und kein Abstand gewahrt werden kann.

Jens Spahn (CDU, Gesundheitsminister) am 20.02.2021:
„Weil es wegen der Nicht-Möglichkeit zum Abstand – also in der Oberstufe können Sie anders Abstand möglich machen und einhalten und erklären, hoffe ich jedenfalls, bei 16- und 17jährigen als bei Dreijährigen, das eben deutlich schweriger [sic] ist, wollen wir eben diese Gruppe jetzt zügig dann auch, ja, in Gruppe zwei nehmen, sozusagen, und früher auch Impfangebot möglich machen.“
(Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/corona-impfung-grundschule-kita-101.html)

Warum waren dann Kitas durchgehend geöffnet, teilweise mit Belegungen über 50%?
Warum wurden die Schulen dann ungeschützt geöffnet?
Warum konnten nicht andere Bereiche mit besseren Konzepten öffnen?
Warum haben Lehrer*innen kein Recht auf Homeoffice in Pandemiezeiten mit steigenden Fallzahlen und Inzidenzen?

Ich werde also noch wochenlang in der Schule arbeiten, irgendwann kommen Schnelltest, irgendwann kommen Selbsttests, irgendwann sind wir mit der Impfung dran, vielleicht bekomme ich irgendwann mehr als zwei FFP2-Masken. Luftfilter kommen nie.
Was bleibt? Lüften.

Zitat Markus Söder (CSU, Ministerpräsident Bayern), Oktober 2020:
„Unsere Kinder müssen betreut werden. Denn wenn wir den wirtschaftlichen Lockdown auch verhindern wollen, das ist ja der Zusammenhang: Schule und Kita hat ja auch den Sinn und Zweck auch um die Wirtschaft am Laufen zu lassen. Wenn die Eltern keine Betreuung haben, gibt‘s auch keine Wirtschaft.“
Quelle: https://www.gew-bayern.de/presse/detailseite/neuigkeiten/bildung-wird-zur-nebensache/#:~:text=28.10.2020&text=2020%20betont%20Herr%20Söder%2C%20dass,Infektionszahlen%20-%20unbedingt%20offen%20bleiben%20müssen.&text=Söder%20wörtlich%3A%20„Schule%20und%20Kita,haben%2C%20gibt%20es%20keine%20Wirtschaft.

 

Zitat Yvonne Gebauer (FDP, Ministerin für Schule und Bildung NRW) zum Thema „Regelungen hinsichtlich der Wiederaufnahme des Schulbetriebs und der daraus resultierenden Folgen“ im April 2020:
„Es wird, so traurig das ist, Schulgemeinschaften geben, die den Tod von Lehrkräften, Schulleitungen oder Familienangehörigen zu beklagen haben, die das schulische Leben und den schulischen Alltag mitunter auch nachhaltig beeinflussen können.“
Quelle: https://opal.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMA17-961.pdf 

 

[1] Quelle: https://www.berlin.de/lageso/gesundheit/infektionsepidemiologie-infektionsschutz/corona/tabelle-indikatoren-gesamtuebersicht/

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